Léa Seydoux und Vincent Cassel, Darsteller in Christophe Gans' Beauty and the Beast

Die französischen Schauspieler Léa Seydoux und Vincent Cassel spielen die Hauptrollen in dem klassischen Märchen von Gabrielle-Suzanne de Villeneuve in Christophe Gans' Beauty and the Beast (Die Schöne und das Biest) (siehe Artikel). Erhältlich ist der Film als Video-on-Demand im Walk This Way-Katalog ab Donnerstag, dem 30. April, in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland.

Hier sind einige Ausschnitte aus dem Videointerview, das 2014 auf der Berlinale geführt wurde, als der Film dort außer Konkurrenz gezeigt wurde:

Sind Sie Fans von Märchen?
Léa Seydoux: Als Kind haben mich Märchen tief berührt und bewegt; sie haben mich in eine andere Welt transportiert. Ich habe es geliebt, mich in ihnen zu verlieren. 

An was erinnern Sie sich aus Die Schöne und das Biest?
Vincent Cassel: Wie auch viele andere, hatte ich hauptsächlich schwarz-weiß Bilder im Kopf, von Cocteaus Version.
Léa Seydoux: Ich hatte eine ziemlich starke Erinnerung an Die Schöne und das Biest weil ich Cocteaus Film ungefähr 350 Mal gesehen habe; ich kannte ihn auswendig. Sogar heute ist er noch einer meiner Lieblingsfilme. Man kann sagen, der Film lebt irgendwie in mir.

Woher stammt die Faszination?
Léa Seydoux: Es ist die Geschichte eines jungen Mädchens, die ihre Familie verlässt, um die Liebe zu entdecken und sich ihren Ängsten zu stellen. Ich denke, das ist etwas, womit sich viele junge Mädchen identifizieren können.

Wie verwandelt man sich in diese legendäre Figur?
Léa Seydoux: Ich habe eine sehr natürliche Verbindung zu dieser Figur. Ich war und wurde diese Figur. Der Akt das Kleid anzuziehen, einfach nur in der Szenerie zu sein, wirft mich sofort in dieses andere Universum, auf eine ganz magische Art und Weise.

Was mögen Sie an der Moral die der Geschichte zu Grunde liegt?
Vincent Cassel: Was mich insbesondere interessiert, ist die männliche Tragödie; dieser Mann, der alles auf Grund seiner Eitelkeit verliert und dann Trübsal bläst und sich selbst bemitleidet, aufgefressen von Schuld und Reue, bis er anfängt sich selbst zu hassen und grausam wird; ein Biest. Er ist paralysiert von der Vorstellung, die er von sich selbst hat. Sosehr, dass wenn er eine Frau trifft und beginnt etwas für sie zu empfinden, er der Annahme ist, dass der einzige Weg um an ihr festzuhalten der ist, sie zu kontrollieren, sie zu kaufen und sie einzusperren. Ich finde das sehr maskulin. Es ist eine Metapher für einen menschlichen Charakter.

Es wird häufig gesagt, dass die Kostüme die Figur erschaffen...
Léa Seydoux: Die Kostüme sind wahnsinnig wichtig; sie offenbaren so viel über den Film und die Handlung. Am Anfang ist das Kleid z. B. weiß und erinnert an Belles Jugendhaftigkeit und Unschuld, dann wird es rot und evoziert das Gefühl der Liebe und schließlich trägt sie Rosa und symbolisiert damit den mütterlichen Schutz.

Der Film ist ziemlich magisch, der Dreh allerdings weniger, da vor Green- und Bluescreen gedreht wurde. War das nicht ein zu großes Paradoxon?
Léa Seydoux: Der Dreh war weniger glamourös als das Endresultat. Ich musste mich an die Technik, die der dominante Faktor war, anpassen. Gleichzeitig ist jedoch die Tatsache auch sehr angenehm, neue Formen des Schauspielens finden zu müssen.
Vincent Cassel: Es gab jedoch auch echte Kulissen: das Esszimmer mit seinem großen Kamin, das Schlafzimmer mit dem magischen Brunnen... aber tatsächlich war es kein Problem: man kann eine Szene überall spielen; man braucht nicht unbedingt eine Kulisse um zu schauspielern.

Wie stellen Sie sich die Figur des Biests vor?
Léa Seydoux: Das Biest hat mir nicht wirklich Angst gemacht, da es kein Gesicht hatte, nur ein grünes Kreuz an dessen Stelle. Ich musste mich wirklich anstrengen mir ein furchterregendes und abscheuliches Biest vorzustellen.

Sie durften den Film sehen, sobald die Special Effects fertig waren. War es eine schöne Überraschung?
Vincent Cassel: Die Welt war mir sehr vertraut; ich hatte eine ziemlich gute Vorstellung davon wie es aussehen würde. Aber ich muss zugeben, als ich dann das fertige Produkt gesehen habe, mit dem Gras, den Schneeflocken und dem Regen... all diese Dinge die man nicht unbedingt in Betracht zieht... es ist überraschend, großartig, eigenartig, fantastisch.
Ich würde sogar soweit gehen, dass es einer der Gründe war, weshalb ich den Film gemacht habe: ein Film der das Potential dazu hat, zu diesem Zeitpunkt in Frankreich und im französischen Kino, sehr erfolgreich zu werden – das könnte gut für uns sein.

Das komplette Videointerview mit Léa Seydoux (auf Französisch) ist hier zu sehen:

 

 

Das komplette Videointerview mit Vincent Cassel (auf Französisch) ist hier zu sehen: 

Mittwoch, 6. Mai 2015, von Cineuropa

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