Mama Africa“: Sängerin Miriam Makeba, die Königin von Afrika

Die Geschichte von Miriam Makeba (1932-2008) handelt zunächst von ihrer Stimme, ihren wundervollen Liedern und ihrem ruhmreichen Aufstieg; es ist jedoch auch die Geschichte von Afrika im 20. Jahrhundert und dem Kampf gegen Apartheid, Rassismus und Elend. Es ist eine Geschichte, die der finnische Regisseur Mika Kaurismäki (Un conte finlandais, Divorce à la finlandaise und der kommende Film The Girl King) auf brillante Weise in dem Musikdokumentarfilm Mama Africazusammenbringt.

Sie war gezwungen ihr Heimatland Südafrika zu verlassen, nachdem sie in einem Apartheid-kritischen Film (Come Back, Africa von Lionel RogosinInternationale Filmfestspiele Venedig, 1960) gesungen hatte. Der amerikanische Sänger Harry Bellafonte half ihr sich in den Vereinigten Staaten niederzulassen, wo sie ihren Aufstieg zu Ruhm begann. Als wahrhaftiger Star trat sie neben weiteren bei John F. Kennedys Geburtstag 1962 auf. Einige ihrer bekanntesten Lieder sind „Pata Pata“ (1967) und „The Click Song“, welcher mit dem speziellen Klang ihrer Muttersprache spielt Ihre Ehe mit dem führenden Mitglied der Black Panthers, Stokely Carmichael, zwang sie 1968 erneut ins Exil nach Guinea. Sie hatte 1987 erneuten Erfolg mit „Graceland“, welches sie in Kollaboration mit dem amerikanischen Künstler Paul Simon produzierte. Die Sängerin kämpfte mehr als ein halbes Jahrhundert für die Verurteilung von Apartheid und anderem Unrecht, insbesondere durch ihre Gespräche mit der UN. Es dauerte jedoch bis 1990, nach 40 Jahren im Exil, bis sie auf Geheiß des neuen Präsidenten Nelson Mandela nach Südafrika zurückkehren durfte.

Neben einer Mischung aus Archivmaterial, Interviews mit denjenigen, die ihr nahestanden und die Sängerin gut kannten sowie jungen afrikanischen Künstlern, die sich auf Miriam Makebas musikalisches Erbe beziehen, zeigt der Film auch reichlich Filmmaterial von Live-Auftritten der Sängerin. Mama Africa, eine deutsch/finnisch/südafrikanische Koproduktion, wird ab dem 15. Mai als Video-On-Demand in Italien, Dänemark und Norwegen in der Kollektion Dokumentarfilme aus aller Welt verfügbar sein.

 

Donnerstag, 14. Mai 2015, von Cineuropa

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