Q, Desire: Mehr als nur eine Geschichte über das Verlangen

„Egal ob Sie flüstern oder laut schreien, ob Sie sich langweilen oder völlig auβer sich sind: jeder liebt Sex,“ merkt der französische Regisseur Laurent Bouhnik (24 hours in the Life of a Woman) in Bezug auf seinen Film Q, Desire an, der ab dem 15. Juli als Video-on-Demand verfügbar ist.

Q, Desire, erzählt die Geschichte von Cécile (Déborah Révy), einer jungen Frau, die nach dem Tod ihres Vaters Trost bei ihren Freunden und Liebhabern sucht. In ihrer aufgeschlossenen und provokanten Art fühlt sie sich wohl in ihrem Körper und seinen Freuden und nimmt einen sexuell befreiten Lebensstil an. Durch willkürliche Verabredungen trifft Cécile verschiedenste Menschen: Alice (Hélène Zimmer), die gerade Being 14 abgedreht hat), ein romantisches Mädchen, die gerade ihrem Traum einer märchenhaften Zukunft nachhängt; Matt (Gowan Didi), der etwas flatterhafte junge Mann, den Alice heimlich trifft; und Virginie (Christelle Benoit), eine verheiratete Frau, die nach einem traumatischen Ereignis nicht mehr mit ihrem Mann intim sein kann.

Cécile, das Objekt der Begierde –  dabei jedoch stets selbstbestimmt – wird den Menschen um sie herum mit einer solchen Leidenschaft begegnen, dass sie diese dadurch verändert und sich ihnen selbst gegenüber öffnet.

„Ich verstehe [Q,] Desire vor allem als einen Film über die Liebe vor dem Hintergrund der heutigen Gesellschaft, die Beziehungen, die aus tiefen Verbindungen entstehen nicht stärkt, sondern stattdessen oberflächliche Beziehungen und Überkonsum ermutigt,“ erklärt die Hauptdarstellerin Déborah Révy.

Der Film wurde in Cherbourg gedreht, wenige Stunden mit der Fähre von England entfernt (eine Reminiszenz an Die Regenschirme von Cherbourg) und ist vornehmlich kontrovers und sexuell. Bei seiner Veröffentlichung in Frankreich in 2011 wurde der Zutritt für unter 16-Jährige verwehrt, da der Film explizite Sexszenen beinhaltet, von denen viele nicht simuliert sind…

„Einen Film über die Liebe zu machen, ohne sie zu zeigen, wäre so sinnlos wie an Politik interessiert zu sein, ohne die Macht anzusprechen. Der Unterschied in diesem Film ist, dass sie echte und professionelle Schauspieler ohne Erfahrungen in der Pornographie sind, die ihre Körper und ihr Herzblut in ihre Charaktere gesteckt haben,“ erklärt Bouhnik. Révy fügt hinzu: „Ab der ersten Casting Session wusste ich, dass die Szenen nicht simuliert sein würden. Ich bin meinen Instinkten gefolgt, auch wenn manche Leute eine vehemente Ansicht haben, wenn es darum geht, seine Grenzen zu überschreiten, insbesondere als Frau, wenn es um 'Hardcore' geht …“ 

Der sehnsüchtig erwartete Film Love des französischen Regisseurs Gaspar Noé, der ebenfalls echte Sexszenen ankündigt und seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2015 als Mitternachts-Screening hatte, muss sich warm anziehen.

Dank Walk this Way ist Q, Desire in Dänemark, Norwegen und Spanien verfügbar. Weitere Filme aus der Reihe Ungewöhnliche Liebesgeschichten sind Isztambul, Begegnungen nach Mitternacht und Vanishing Waves.


Dienstag, 21. Juli 2015, von Cineuropa

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