Die litauische Regisseurin Kristina Buozyte über ihren Film Vanishing Waves

Cineuropa hatte beim MUCES 2012 (Muestra de Cine Europeo) in Segovia die Gelegenheit, sich mit der litauischen Regisseurin Kristina Buozyte über ihren zweiten Spielfilm Vanishing Waves zu unterhalten. Für Vanishing Waves hat sie den Méliès d'Or-Preis 2012 als Bester Europäischer Fantasyfilm erhalten. Seine Premiere hatte der Film beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary 2012 und wird ab dem 15. Juli als VoD auf Walk This Way in Dänemark, Finnland, Norwegen und der Türkei veröffentlicht.

Litauens Filmproduktionsrate ist nicht sehr hoch. Schätzen Sie sich glücklich, dass Sie Ihren Film machen konnten?
Selbstverständlich; ich bin sehr froh, dass ich die Chance hatte, einen Film nach meinen Vorstellungen machen zu können – denn, dieser Film entspricht nicht dem Standard. […] Es ist nicht mein erster Film; es ist mein zweiter Spielfilm. Und durch meinen ersten Spielfilm [The Collectress, 2008] war es mir irgendwie möglich den Zweiten zu machen. […] Er hat mir die Türen für diesen Film geöffnet.

Warum war Vanishing Waves so erfolgreich in Umlauf auf internationalen Festivals?
(lacht) Das ist vielleicht ein „warum?“ für die Kritiker. Mein Ziel für den Film war es, nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern auch eine visuelle Erfahrung für die Zuschauer zu kreieren. Mit dem Film stelle ich nicht nur eine Schicht zur Verfügung: die Handlung, sondern auch eine andere Reise. Vielleicht zahlt sich das aus, oder so. Ich weiß es nicht (lacht).

Was hat Ihnen der Méliès d'Or-Preis bedeutet?
Es war eine sehr, sehr große Überraschung. Ich bin sehr glücklich, da wir aus Litauen sind und es ist sehr schwer, ein Publikum für den Film zu bekommen – es ist ein sehr spezieller Film. Jeder Preis und jede Erwähnung erhöht seine Chancen ein Publikum zu erreichen. Das ist das wichtigste, denn wir haben den Film für ein Publikum geschrieben.

Finden Sie es nicht merkwürdig, dass ihr Film höchstwahrscheinlich ein viel größeres Publikum außerhalb Litauens haben wird?
Es gibt ein Problem mit der Hauptkette, die 90% der Kinos besitzt: sie weigern sich unseren Film zu zeigen. Sie sagen, er sei nicht kommerzielle genug. […] Das hindert uns daran, das Publikum zu erreichen. […] Natürlich ist es schade, dass man ins Ausland reisen kann und ein Publikum erreicht und dort seinen Film zeigt – und in meinem eigenen Land haben wir solche Probleme. Für mich persönlich, als Schöpferin, ist es sehr hart.

Wie sind Sie mit dem visuellen Anteil von Vanishing Waves verfahren?
Zunächst habe ich Vanishing Waves gemeinsam mit meinem kreativen Partner, Bruno Samper, geschrieben, der auch der Creative Director von Vanishing Waves ist; das bedeutet also, dass er auch auf die visuellen Aspekte gekommen ist. Es war also schon im Prozess des Drehbuchschreibens, dass wir an die visuellen Aspekte mitgedacht haben […]: mittels Bildern und Musik reden, durch Kompositionen, und durch diese Art und Weise Bilder zu erzeugen. […] Ich habe viele Filme von Antonioni geschaut; für mich ist dieser Regisseur wirklich ein Meister. Seine Filme handeln nicht von Geschichten – sie handeln vom Leben und vom da sein.

Glauben Sie, dass der Erfolg von Vanishing Waves  nützlich sein könnte, um Koproduzenten für Ihr nächstes Projekt gewinnen zu können?
Ich hoffe, es wird mir helfen und ein paar Türen öffnen. […] Ich, als Schöpferin, bin daran interessiert, über universelle Dinge zu reden, universelle Probleme und universelle Konzepte, die ein Publikum an jeglichen Orten erreichen könnten. […] Wir werden sehen, was passiert.

 

Schauen Sie das Video in voller Länge (auf Englisch):

Freitag, 31. Juli 2015, von Cineuropa

facebook

twitter

youtube