King Curling, ein völlig durchgedrehter Komödien-Hit aus Norwegen

In King Curling, seinem ersten Spielfilm, widmet sich der norwegischen Regisseur Ole Endresen der atypischen olympischen Disziplin Curling, die sich in Norwegen großer Beliebtheit erfreut, seit das Nationalteam bei den Olympischen Spielen 2012 die Goldmedaille gewonnen hat.

Truls Paulsen (dessen Name ein Anagramm des Namens des norwegischen Curling-Champions Pål Trulsen ist, gespielt von Atle Antonsen) ist ein Curling-Champion. Sein Sinn fürs Detail und für Präzision hat ihn zu einem quasi unschlagbaren Sieger gemacht. Aber diese Persönlichkeitsmerkmale wurden ihm auch zum Verhängnis: Truls leidet unter Zwangsstörungen. Nachdem er auf dem Eis völlig durchdreht, wird er von der Teilnahme an Wettbewerben gesperrt, der Kontakt zu seinen ehemaligen Partnern wird ihm verboten und er wird eingewiesen. Nach mehreren Jahren in einer psychiatrischen Klinik versucht Truls nun wieder in den Wettbewerb einzusteigen, damit sich sein alter und schwerkranker Trainer Gordon (Ingar Helge Gimle) der teuren Operation unterziehen kann, die er so dringend benötigt …

Dabei stehen ihm jedoch seine Frau Sigrid (Linn Skåber), die die Vormundschaft übernommen und hat und die selbst besessen ist – von der Farbe Rosa und ihrem kleinen bösartigen Hund –, sowie sein Erzfeind Stefan Ravndal (Kåre Conradi) im Weg.
King Curling ist ein ganz eigener Mix aus einer Reihe von Figuren, die ebenso bunt und verrückt sind wie die Filmkulissen, und dem Curling, ein Sport, der höchste Präzision verlangt. "Es ist unterhaltsam zu sehen, wie die Teilnehmer spielen und sich ganz ernst darauf konzentrieren. Als ob es Rugby oder etwas sehr schwieriges wäre, wenn es doch eigentlich nur darum geht, einen Stein über das Eis gleiten zu lassen", macht sich der Regisseur über seinen eigenen Film lustig, der die nordische Antwort auf amerikanische Sportkomödien à la Cool Runnings – Dabei sein ist alles oder Die Eisprinzen ist.

Dieser atypische Film war nicht nur in Skandinavien ein Riesenerfolg, sondern auch weit über die Grenzen hinaus. "King Curling ist ein bisschen so, als ob Wes Anderson unter der Aufsicht von Aki Kaurismäki Voll auf die Nüsse zu Ehren der Coen-Brüder drehen würde. Eine ausgelassene Komödie für ein breites Publikum, die sich der Klischees über den Sportfilm auf etwas andere Weise bedient und gleichzeitig eine schöne Reflexion über die Verrücktheit bietet", schreibt die kanadische Zeitung "La Presse".

Seit dem 23. November sind Italien, Spanien, Großbritannien, Belgien, Irland, Polen, die Niederlande und die Türkei an der Reihe, diesen durchgedrehten norwegischen Film zu genießen. King Curling ist Teil der fünf Filme der Skandinavischen Kollektion von Walk this Way.

Donnerstag, 26. November 2015, von Cineuropa

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