Öffne dich mir: Wenn die Liebe von der Gesellschaft auf die Probe gestellt wird

Ein Film nach dem anderen und doch ist ein jeder einzigartig – Das ist unsere Skandinavische Kollektion! Nach den verrückten Komödien King Curling und Herrlich besoffen, der etwas anderen Romantikkomödie 21 Wege eine Ehe zu ruinieren und The Arbiter, ein Film noir über den Sozialdarwinismus, setzt sich Öffne dich mir, dessen Drehbuchautor und Regisseur Simo Halinen ist, mit der Frage des Geschlechts und der Ehrlichkeit den anderen und sich selbst gegenüber auseinander.

Öffne dich mir beginnt mit einer Frau, die ein Haus putzt. Nachdem ihre Arbeitgeberin gegangen ist, schminkt sich die Frau und zieht die Kleider der Hausherrin an. Diese Szene, die vielleicht für ein Déjà-vu sorgt, ist sinnträchtig, denn die Putzfrau Maarit (Leea Klemola) ist Transgender. Sie ist eine schöne und intelligente Frau, die zuvor ein Mann war.

So, als bourgeoise Frau verkleidet, lernt sie den Fußballtrainer, Lehrer, Ehemann und Familienvater Sami (Peter Franzén) kennen, der sie für Maarits Arbeitgeberin, eine Psychologin, hält, und verliebt sich in ihn. Die beiden gehen eine ehebrecherische Beziehung ein, aber Sami wird bald auf die Probe gestellt und muss sich mit seinen eigenen Vorurteilen auseinandersetzen. Und ob mit oder ohne Sami muss Maarit sich der Welt stellen, um entscheiden zu können, wo sie dazugehört.

Regisseur Simo Halinen hat sich entschieden, die sexuelle Identität nicht zum Hauptthema seines Films zu machen, sondern versucht vielmehr zu verstehen, “wie man sein Leben führt, wenn man seine Gefühle vor seinen Angehörigen versteckt“. Öffne dich mir ist ein bravouröser Film über die Toleranz, mit der Figur der Maarit als zentralem Sinnbild dafür. Denn diese stets ehrliche ehemalige Sozialberaterin, die jetzt als Putzfrau arbeitet, versucht, ihren Platz in einer Gesellschaft zu finden, die angeblich so tolerant ist – es in Wahrheit aber nicht ist.

Öffne dich mir ist im März 2013 in die finnischen Kinos gekommen und hat drei der renommiertesten Preise des Jussi Awards 2014, dem nationalen Filmpreis Finnlands, eingeheimst: den Preis für das beste Drehbuch, die beste Darstellerin und den besten Darsteller.

Diese schwedisch-finnische Koproduktion ist seit dem 23. November via Walk this Way in Norwegen, Schweden, Italien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland, Österreich, Ungarn und in der Türkei zu sehen.

Montag, 14. Dezember 2015, von Cineuropa

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