Risse im Beton – ein fesselndes Verbrecherdrama

Der österreichische Regisseur mit kurdischen Wurzeln Umut Dag präsentiert am 4. April sein zweites Werk als VOD (Kollektion Männer mit Mumm). Risse im Beton ist ein Film über die kriminellen Niederungen Wiens, denen die naiven Träume der Protagonisten einen Ton besonderen schwarzen Humors verleihen. Aber täuschen Sie sich nicht. Das Viertel, in dem die kriminellen Jugendlichen wohnen, ist kein Ort zum Lachen oder Scherzen, sondern ein Ort zum Leben und Sterben.

Nach zehn Jahren im Gefängnis für fahrlässige Tötung und Drogenbesitz kehrt der ehemalige Häftling Ertan in seine Heimatstadt zurück und versucht dort, im Verwandtenkreis ein neues Leben zu beginnen, sich annähernd etwas wie ein normales Leben zu schaffen und seinen 15-jährigen Sohn im Auge zu behalten, der nicht weiß, dass er sein Vater ist. 

Der Teufelskreis, in den die Einwohner dieses Viertel geraten, steht im Mittelpunkt der Geschichte. Der junge Mikaeil (den Alechan Tagaev sehr überzeugend spielt) scheint nach und nach dieselben Fehler zu wiederholen, wie der Vater, den er nie gekannt hat.

Um dem weiteren Verlauf der Dinge zuvorzukommen, mischt sich Ertan (Murathan Muslu) unauffällig in das Leben seines Sohnes ein, ohne diesem jedoch seine wahre Identität zu offenbaren. Als der junge Mann in immer gröberen Problemen steckt, muss sein Vater eingreifen. Dadurch rückt dieser wieder in den Vordergrund und ein Prozess kommt ins Rollen, der die ganze dramatische Kraft des Films ausmacht.

Mit seinem finsteren Blick und ausdrucksstarken Gesicht (die als Kontrapunkt zu seiner imposanten und muskulösen Silhouette dienen) erbringt Muslu eine esoterische und sehr bewegende schauspielerische Leistung, die den Film wie eine griechische Tragödie wirken lässt und so eine eher formale Handlung in ein bedeutungsvolles Märchen über Vergebung und Akzeptanz in einer einsamen und beängstigenden Welt verwandelt.

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Freitag, 1. April 2016, von Cineuropa

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