Europäische Filme über Gedächtnisverlust und die Kraft der Familie und der Liebe

Eine Liste europäischer Filme, die auf einfühlsame Weise porträtieren, wie Gedächtnisverlust das Leben der Menschen sehr intensiv beeinflusst:

Vergiss mein nicht von David Sieveking (Dokumentarfilm, 2012, Deutschland)

Vergiss mein nicht ist ein Film über die Mutter des Regisseurs, die – wie zwei Millionen andere in Deutschland – an Alzheimer leidet. David Sievekings Eltern waren während der Studentenbewegung in den 1960er Jahren aktiv und führten eine offene Beziehung, die von der Krankheit auf eine harte Probe gestellt wurde, wobei die ganze Familie unerwartete Konflikte bewältigen musste. Vergiss mein nicht ist ein humorvoller und erstaunlich aufrichtiger Film, der über persönliche Archivaufnahmen und Videoaufzeichnungen einen Einblick in die Alzheimer-Krankheit vermittelt und wie diese Familien zerrüttet. Der Film wurde 2012 mit dem Hauptpreis in der "Woche der Kritik" beim Internationalen Filmfestival in Locarno ausgezeichnet und wird am 2. Mai als VOD in der Kollektion Dokumentarfilme aus aller Welt veröffentlicht.

Honig im Kopf von Til Schweiger (2014, Deutschland)

Honig im Kopf, der 2015 bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises mit der Goldenen Lola für den besucherstärksten Film des Jahres ausgezeichnet wurde, ist eine rührende Geschichte voller Liebe und Zuneigung, der die besondere Beziehung zwischen der 11-jährigen Tilda und ihrem Großvater Amandus zeigt, der langsam sein Gedächtnis verliert. Als dessen Sohn nicht mehr länger mit ihm zurechtkommt und ihn in einem Pflegeheim unterbringen will, versucht Tilda das mit allen Mitteln zu verhindern.

A Second Childhood von Pupi Avati (2010, Italien)

A Second Childhood (Una sconfinata giovinezza) ist die Geschichte eines Paares und der Kraft seiner Liebe. Der Film folgt Lino und Chicca. Lino leidet unter schweren Gedächtnisproblemen, die sich langsam aber sicher verschlimmern und beginnen, ihre Alltagsroutine zu stören. Zuerst beschließt das Paar die Situation mit einem Lachen abzutun, aber das Problem manifestiert sich mehr und mehr, bis sie schließlich die Diagnose erhalten: Lino hat eine degenerative Gehirnerkrankung, die sein Gehirn zerstört. Der Film wurde 2011 von der Berufsvereinigung der italienischen Filmjournalisten (SNGCI) mit dem Silbernen Band ausgezeichnet.

Flore von Jean-Albert Lièvre (Dokumtarfilm, 2014, Frankreich)

Flore ist ein sehr persönlicher Dokumentarfilm von Jean-Albert Lièvre, der mit der Alzheimer-Krankheit seiner Mutter konfrontiert ist. Als er sieht, dass sich ihr Zustand kontinuierlich verschlechtert, bringt Lièvre seine Mutter in ein Haus in Korsika, was zu einem Wendepunkt für beide wird. Der Film beginnt mit Handy-Kameraaufnahmen, die die negativen Folgen der Medikamente zeigen, und wird dann zu einem emotionalen Dokumentarfilm über die Kraft der Natur und den Weg zurück ins Leben.

Iris von Richard Eyre (2001, Großbritannien, USA)

Iris, der den Oscar für die Beste Nebendarstellerin und den BAFTA-Award für die Beste Hauptdarstellerin gewann, zeigt auf wunderschöne Weise die wahre Geschichte der lebenslangen Romanze zwischen der Schriftstellerin Iris Murdoch und ihrem Ehemann John Bayley – von ihren Studententagen und durch ihren Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit. Die Hauptrollen sind mit bekannten Schauspielern wie Judi Dench, Kate Winslet, Jim Broadbent und Hugh Bonneville besetzt.

Samstag, 30. April 2016, von Cineuropa

facebook

twitter

youtube