Sechs Filme vom schwedischen Regisseur Mika Kaurismäki

Wichtige sozialpolitische Themen wie Ausgrenzung einkommensschwächerer Klassen, familiäre Beziehungen und soziale Ungerechtigkeit werden in den von uns ausgewählten sechs Filmen von Mika Kaurismäki (Aki Kaurismäkis älterer Bruder) thematisiert. Ein Regisseur, der eine neue Ära des finnischen Films prägt.

The Girl King (2015 – Finnland, Deutschland, Schweden, Kanada)

The Girl King erzählt die Geschichte der schwedischen Königin Kristina Augusta – eine außergewöhnliche und rätselhafte junge Frau, die sich Tradition und konservativem Denken widersetzte. Indem sie ihre Erziehung und konventionelle Geschlechterrollen hinterfragte, beeinflusste sie maßgeblich den Lauf der Geschichte. Königin Kristina wird von Malin Buska porträtiert, die mit ihrer fesselnden Darstellung der willensstarken jungen Monarchin ein Symbol für sexuelle Freiheit und weibliche Unabhängigkeit begründet.

Homecoming (2015 – Finnland)

Mit Vesa-Matti Loiri (Gen Norden – siehe unten) und Armi Toivanen (21 Wege eine Ehe zu ruinieren, als VoD in der Skandinavischen Kollektion 2015 verfügbar). Homecoming erzählt die Geschichte von Tiina, Tomi und deren Patentochter, als diese ihr stressiges Leben in der Stadt hinter sich lassen wollen und in Tiinas Heimatort an der Küste ziehen. Jedoch stellt sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, ein friedliches Leben zu führen.

Gen Norden (2012 – Finnland)

Ab dem 5. September als VoD in Kollektion Comédies à la Carte verfügbar

Mika Kaurismäki macht von all seinem Können als Kunstfilmemacher Gebrauch, um eine Geschichte zu erzählen, die das Publikum durch realistische Charaktere und atemberaubende finnische Landschaften tief berührt. Die Handlung dreht sich um einen Mann (dargestellt von Vesa-Matti Loiri, finnische Filmikone und mehrfach ausgezeichnet), der nach 30 Jahren zu seinem Sohn zurückkehrt. In dem Bemühen einander besser kennenzulernen, beschließen sie, gemeinsam einen Roadtrip zu machen. Die vollkommen gegensätzlichen Charaktere, ein gestohlenes Auto und schockierende Enthüllungen machen aus Gen Norden nicht nur eine schwarze Komödie, sondern auch einen berührenden Road Movie.

Mama Africa (2011 – Finnland, Deutschland, Südafrika, Frankreich)

Als VoD in der Kollektion Docs from around the world 2015 verfügbar

Mama Africa ist ein Doukmentarfilm über Miriam Makeba, eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die wegen der Veröffentlichung ihrer Anti-Apartheid-Musik ins Exil gehen musste. Dadurch wurde sie die erste afrikanische Musikerin, die internationale Berühmtheit erlangte. Durch den Einsatz ihrer Lieder im Kampf gegen Rassismus wurde sie schon lange vor vielen anderen zu einem Symbol der Wahrheit und Gerechtigkeit für alle unterdrückten Völker. In Mama Africa bringt Kaurismäki Licht in 50 Jahre ihres Lebens und ihrer Musik.

Brothers (2011 – Finnland)

Brothers wurde von Dostojewskis Die Brüder Karamasow inspiriert und zeigt ein angespanntes Familientreffen, bei dem sich drei Brüder von drei unterschiedlichen Müttern zum Anlass des 70. Geburtstags ihres Vaters zum ersten Mal seit vielen Jahren wiedersehen. Der Film nimmt die Zuseher mit auf eine stürmische Reise von schmerzvollen Erinnerungen bis zur Versöhnung der drei Brüder – ermöglicht dadurch, dass alle drei ihrem Vater die Schuld für ihre Misserfolge geben. Ein gefühlsgeladenes Drama, das besonders durch die realistische Darstellung und die Verletzlichkeit der Charaktere überzeugt.

The Clan – Tale of the Frogs(1984 – Finnland)

Eine fesselnde Liebesgeschichte über zwei junge Leute, die die kriminellen Neigungen ihrer Familien überwinden wollen. Alex Sammako ist entschlossen nicht in die Fußstapfen seines Bruders zu treten, sondern ein gesetzestreuer Bürger zu sein. Er findet Zuflucht in seiner Liebe für Mirja, die seine Ansichten teilt und deren Familie Alex‘ um nichts nachsteht. Der Film zeigt nicht nur die Kraft der Liebe, sondern auch die Wirkung von gesellschaftlichen Vorurteilen und des Drucks des sozialen Umfelds, in das man hineingeboren wird. Ein bemerkenswertes Beispiel für Kaurismäkis Kritik an sozialer Ungerechtigkeit und den Grenzen zwischen sozialen Klassen.

Freitag, 2. September 2016, von Cineuropa

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