Fünf Pflichtfilme über Kriegsverbrechen

Auch wenn wir unsere Augen davor verschließen, Verbrechen können wir so nicht auslöschen. Deshalb ist es notwendig, die Geschichten unsere Vorfahren und der vielen Opfer anzuhören. Walk this Way bietet eine Liste von Filmen, die Kriegsverbrechen behandeln, die wir unbedingt gesehen haben sollten.

Das Tor (The Gate)  von Régis Wargnier (2014, Frankreich, Belgien, Kambodscha)

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Ab 17. Oktober Teil der Kollektion This is War

Der Film von Oscar-Preisträger Régis Wargnier (Indochine) beruht auf der wahren Geschichte des Völkermords in Kambodscha durch die Roten Khmer. Durch die Augen eines französischen Ethnologen (gespielt von Raphaël Personnaz) erfahren wir eine tiefgründige Reise in diese dunkle Epoche der kambodschanischen Geschichte, als er erneut auf einen Führer der Roten Khmer trifft, nachdem dieser für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhaftet wurde. 

Son of Saul von László Nemes (2015, Ungarn)

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Der Film zeigt zwei Tage im Leben eines ungarischen Häftlings, der in einem der Krematorien in Auschwitz als Teil des Sonderkommandos arbeitet. Als er eine Leiche entdeckt, die er für seinen Sohn hält, beschließt er, das Unmögliche zu wagen: die Leiche retten und zu einem Rabbiner bringen. Bei den Oscars 2016 wurde Son of Saul als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet und er ist in vieler Hinsicht etwas Besonderes: Die Handlung bringt eine völlig neue Perspektive in den schon viel behandelten Holocaust und auch die kinematografische Gestaltung mit einem Großteil Nahaufnahmen nimmt die Zuseher in ihren Bann.

Der deutsche Freund von Jeanine Meerapfel (2012, Deutschland, Argentinien)

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Ab 17. Oktober Teil der Kollektion This is War

Sulamit, die Tochter von nach Argentinien geflüchteten deutschen Juden, ist eng mit Friedrich befreundet, der wiederum der Sohn von geflüchteten Nazis ist. Sie erleben unruhige Zeiten in Argentinien und gehen schließlich nach Deutschland, wo sie sich in der Revolution von 1968 engagieren. Friedrich, der die nationalsozialistische Vergangenheit seines Vaters ablehnt, entschließt sich, zurück nach Argentinien zu gehen, um gegen die Militärregierung zu kämpfen. Der Film ist eine Rückschau auf die internationale politische Lage der 60er-Jahre und zeigt die wunderschöne Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die keine Angst davor haben, sich für ihre Werte einzusetzen.

Hotel Ruanda von Terry George (2004, Vereinigtes Königreich, Südafrika, Italien)

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Der auf einer wahren Begebenheit basierende Film Hotel Ruanda wurde für drei Oscars sowie zahlreiche andere Auszeichnungen nominiert und ist damit einer der von den Kritikern am besten aufgenommenen Filme, die Ungerechtigkeit und menschliches Leid thematisieren. Der Film erzählt die Geschichte von Paul Rusesabagina, Manager eines luxuriösen Hotels in der Hauptstadt von Ruanda, wo während der Konflikte mit den Hutu-Milizen mehr als tausend Tutsi Zuflucht suchten.

As If I Am Not There von Juanita Wilson (2010, Irland)

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Dieser Film basiert auf Slavenka Drakulićs Roman aus dem Jahr 1999, der die Massenvergewaltigungen im Bosnienkrieg der frühen 90er-Jahre thematisiert. Samira (Natasa Petrovic), eine Lehrerin, wird während der Zeit der ethnischen Säuberungen wiederholt Opfer von sexueller Gewalt. Ein bewegendes Drama, das sehr intensive und schwierig anzusehende Szenen enthält; ein wichtiges Zeugnis vom Leid der Frauen und ihrem Kampf für Gerechtigkeit. Der Film wurde bei zahlreichen Festivals ausgezeichnet, zum Beispiel in Palm Springs, Istanbul, Phoenix und Seattle, und gewann die wichtigsten Kategorien (Bester Regisseur, Bester Film) beim Irischen Film- und Fernsehpreis.

Freitag, 14. Oktober 2016, von Cineuropa

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