Sieben Filme, die die Globalisierung erklären

Die Welt, in der wir leben, ändert sich unentwegt, sodass es schier unmöglich ist, innezuhalten und sich Gedanken über das wichtigste Phänomen unserer Zeit zu machen: die Globalisierung. Die folgenden sieben Filme geben Einblick in wesentliche Themen unserer Zeit, wie zum Beispiel enge interkulturelle Beziehungen, politische Konflikte, exzessiver Konsum und die Gefahren für die Umwelt.

Global Player – wo wir sind isch vorne von Hannes Stöhr (2013, Deutschland)

Ab dem 28. November Teil unserer Kollektion Award Winning Dramas

Der Film mit Christoph Bach, Walter Schultheiß und Inka Friedrich, schildert die Geschichte des Familienunternehmens Bogenschütz & Söhne, ein Strickmaschinenhersteller bedroht von der asiatischen Konkurrenz, die um einiges günstigere Produkte anbietet. In einer kleinen Stadt im Süden Deutschlands, wird die Familie das Lebenswerk von Vater Paul retten müssen, ohne dass dieser es mitbekommt. Ein kleines lokales Unternehmen, das seit Generationen existiert, nimmt den Kampf gegen den asiatischen Markt auf – eine klassische David-gegen-Goliath-Geschichte im Zeitalter der Globalisierung.

Population Boom von Werner Boote (2013, Österreich)

Seit Mai Teil der Kollektion Dokumentarfilme aus aller Welt

Die Weltbevölkerung kratzt an der 7-Milliarden-Schwelle und wirft so die Frage nach der Schuld am Ressourcenschwund, Giftmüll, Welthunger und Klimawandel auf. Liegt sie bei der Überbevölkerung? Wie können wir diese definieren? Nach seinem Kassenerfolg Plastic Planet bereist Werner Boote die Welt und betrachtet eine seit Jahrzehnten existierende starre Weltansicht, die in Frage stellt, wie viel an den katastrophalen Zukunftsprognosen dran ist, die die wachsende Weltbevölkerung zur Ursache haben.

As Time Goes by in Shanghai von Uli Gaulke (2013, Deutschland)

Seit Mai Teil der Kollektion Dokumentarfilme aus aller Welt

Von der Besatzungszeit über die kulturelle Revolution bis zum Kapitalismus – die kleine Peace Old Jazz Band schildert, wie sie die vielen unterschiedlichen kulturellen Gesichter Chinas erlebt hat, seit die Gruppe in den 40er Jahren zum ersten Mal auftrat. Die Wandlung der Welt konnte ihre Liebe für den Jazz jedenfalls nicht auslöschen. In diesem Dokumentarfilm erzählt Uli Gaulke die Geschichte einer alten chinesischen Band, die in die Niederlande reist, um ihrer Leidenschaft nachzugehen – mit einem unerwarteten Talent und dem Potential, selbst auf der anderen Seite der Welt erfolgreich zu sein

Discount von Julien Petit (2014, Frankreich)

Dieser erfolgreiche französische Film begleitet die Angestellten in einem Discount-Supermarkt, die dagegen ankämpfen, durch Automaten ersetzt zu werden. Sie planen einen parallelen Supermarkt, der auf Solidarwirtschaft aufgebaut ist und gegen die Philosophie hinter großen Kaufhäusern geht, die günstigere Preise bieten und von Verfallsdaten profitieren. So wird die Gruppe mit der eigenen Gier konfrontiert und erfährt, wie die Geschäfte im Kapitalismus laufen.

Merci Patron! von François Ruffin (2016, Frankreich)

Offshoring ist ein typisches Phänomen einer globalisierten Welt. Gerade europäische Unternehmen verlegen ihre Fabriken in Länder, wo sie billigere Arbeitskräfte finden. Das führt zu einer Lücke in der europäischen Wirtschaft – ein Thema dessen sich François Ruffin für seinen Dokumentarfilm angenommen hat. Er erzählt die Geschichte von Jocelyn und Serge Klur, ehemalige Angestellte in einer Kleidungsfabrik für die Luxusmarke Kenzo (Teil der LVMH-Gruppe). Die Fabrik wurde nach Polen verlegt, was für das Paar zu Arbeitslosigkeit, Schulden und der Gefahr, die Wohnung zu verlieren, führte.

Kaufen für die Müllhalde von Cosima Dannoritzer (2010, Spanien, Frankreich)

In Kaufen für die Müllhalde, reist Cosima Dannoritzer nach Frankreich, Deutschland, Spanien und in die USA, um Zeugen einer Handelspraxis zu finden, die den Konsumzyklus seit 1920 bestimmt und die Grundlage unserer Wirtschaft ist. Diese TV-Doku erforscht die vertuschte Realität von eingeplanter Obsoleszenz und dem Kartell, das die Lebensdauer von Technologieprodukten bestimmt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Bilder aus Afrika, wo weggeworfene Elektrogeräte in riesigen Müllhalden angesammelt werden, sollen die Zuseher wachrütteln.

War Photographer von Christian Frei (2001, Schweiz)

Christian Freis Dokumentation erzählt die Geschichte des Fotojournalisten James Nachtwey, der 20 Jahre lang in Kriegsgebiete reiste, um Länder wie den Kosovo, Indonesien, Palästina und Ruanda und die vom Krieg hinterlassene Verwüstung auf Film festzuhalten. Themen dieser berührenden Dokumentation sind der Zynismus des Kriegsjournalismus’, das Zeigen von Opfern und politisierte Inhalte. Es handelt sich um Freis bekanntesten Film, für den er mit einem Peabody Award ausgezeichnet wurde.

Donnerstag, 24. November 2016, von Cineuropa

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