Is the man who is tall happy? Ein animiertes Gespräch mit Noam Chomsky, durch Michel Gondry

In dem Dokumentarfilm Is the man who is tall happy ? An animated conversation with Noam Chomsky, der ab dem 1. Juni als Video-on-Demand verfügbar ist, treffen sich zwei Giganten im Laufe mehrerer Interviews: Zunächst Noam Chomsky: der 86 jährige amerikanische Intellektuelle, politische Aktivist, renommierte Linguist und Philosoph, der die generative Transformationsgrammatik konzipierte und  dabei mit über 1000 km/h von einer Idee zur nächsten kommt.

Hinzu kommt Michel Gondry, der französische Regisseur bekam 2005 für  Vergiss mein nicht (mit Kate Winslet und Jim Carrey) eine Oscar und ist berühmt für solch visuelle Abenteuer wie Science of Sleep – Anleitung zum Träumen von 2006 (mit Gael Garcia Bernal und Charlotte Gainsbourg) oder Der Schaum der Tage von 2013, eine Adaption von Boris Vians Roman.

Der Film weist jedoch keine Überheblichkeit auf, sondern bewahrt sich eine Bescheidenheit, welche „die Stärke [des Films] ist, und durch  Gondrys lebhaften und bezaubernden Illustrationen animiert wird“, schreibt die New York Times.

Der Regisseur illustriert in einer naiven und handgemachten Art und Weise Noam Chomskys komplexe Theorien sowie einige persönliche Momente, die der Linguist offenbart. Gondrys Kreativität und Vorstellungskraft stehen im Dienst von Chomskys intellektueller Präzision. Hierbei bestätigt der Regisseur seinen zutreffenden Spitznamen des „Allrounder des französischen Kinos“. 

Bäume, Worte, Tiere, Menschen und andere Zeichnungen werden auf einem schwarzen Hintergrund (dem des Films) gezeigt oder auf alten Photographien. Dies geschieht in einer relativ abstrakten und vereinfachten Animation. Der Dokumentarfilm, in dem die Anmerkungen des Regisseurs genauso köstlich wie Noam Chomskys Anekdoten sind, wirkt wie eine Art UFO – Unidentified Filmic Object. Neben den Interviews, offenbaren Gondrys visuelle und intuitive Repräsentationen eben so viel über das Leben und die Denkweise Noam Chomskys.

„Dieses Treffen zwischen dem amerikanischen Linguisten und Aktivisten und dem französischen Filmemacher und Allrounder trägt viele Früchte, an Ideen und an Bildern: es sollte ein Beispiel setzen“, erklärt Le Monde.

Im Anschluss an eine Filmvorführung am Massachusetts Institute of Technology, an dem Chomsky sein ganzes Leben gelehrt hatte, wurde der Film 2014 auf der Berlinale (in der Panorama Reihe) gezeigt und schließlich im April 2014 in Frankreich veröffentlicht.

Dieser animierte Dokumentarfilm von 88 Minuten Länge, einer der Premium Filme der Walk this Way Plattform, ist als Video-on-Demand (einem besonders angemessenem Format für diesen Dokumentarfilm, der einen intellektuellen wie auch bildlichen Reichtum besitzt) in Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland und der Türkei verfügbar.

Sonntag, 7. Juni 2015, von Cineuropa

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