Attila Marcel : Sylvain Chomets neue poetische Welt

Nach Das große Rennen von Belleville (Lief 2003 in Cannes außer Konkurrenz und war 2004 in der Kategorie Filmmusik für den Oscar nominiert) und L’Illusioniste (Hatte seine Filmpremiere auf der Berlinale 2010 und erhielt 2011 eine Nominierung für den Oscar in der Kategorie Animationsfilm) hat der Regisseur Sylvain Chomet die Welt der Animation vorübergehend verlassen, um seinen ersten Spielfilm, Attila Marcel, zu drehen. In diesem sind der aufstrebende Schauspieler Guillaume Gouix (Les anarchistesMobile Home, war 2012 in der Kategorie Bester Nachwuchsdarsteller für seine Rolle in Jimmy Rivière für den César nominiert), Anne Le Ny (Ziemlich beste Freunde), Bernadette Lafont (Paulette, ebenfalls Teil dieser Walk This Way Kollektion), Hélène Vincent (Quelques heures de printemps), Luis Rego und Jean-Claude Dreyfus zu sehen.

Das Drehbuch, das Sylvain Chomet selbst geschrieben hat, handelt von Paul (Guillaume Gouix), dessen Eltern verstorben sind, als er gerade einmal zwei Jahre alt war. Der Schock war so groß, dass er nicht nur seine Erinnerungen, sondern auch seine Sprache verlor. Seine Tanten, zwei alte Aristokratinnen, ziehen in auf und er wächst in einem streng geregelten Leben auf, zwischen Musikstunden auf dem Klavier im Wohnzimmer, Windbeuteln und den Tanzstunden seiner Tanten, die er als Pianist begleitet. Doch als er eines Tages seiner Nachbarin Madame Proust begegnet, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Diese Buddhistin pflanzt Gemüse auf dem Boden ihres Wohnzimmers an und lässt ihn ihren speziellen Kräutertee kosten, der, mithilfe von Musik, in der Lage ist, tief vergrabene Erinnerungen hervorzuzaubern. Dank einiger musikalischer Reliquien aus seiner Kindheit, reist Paul in halluzinogene und klangvolle Träume, zurück zur Wiege seiner Erinnerungen, durchlebt seine frühe Kindheit noch einmal und findet endlich heraus, was seinen Eltern wirklich zugestoßen ist. Aber vor allem nimmt er nach und nach sein Leben wieder selbst in die Hand und wird endlich erwachsen.

Dieses poetische und nostalgische Märchen, das etwas an Jean-Pierre Jeunets Universum in Die fabelhafte Welt der Amelie erinnert, hat die Festivalbesucher des Bejing International Film Festivals 2014 begeistert. Guillaume Gouix wurde auf diesem mit dem Preis für den besten Darsteller ausgezeichnet und Sylvain Chomet und Franck Monbaylet mit dem Preis für die beste Filmmusik.

Nachdem der Film im Oktober 2013 in den französischen Kinos erschienen ist, können Sie jetzt schon bald in das fantastische Universum von Attila Marcel eintauchen. Denn ab dem 1. September ist der Film als Video on Demand in Spanien, Italien, Deutschland, Polen, Österreich und Ungarn als Teil der Walk This Way Kollektion Französische Komödien verfügbar. 

(Google Play nur in Deutschland)

Mittwoch, 23. September 2015, von Cineuropa

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